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Arbeitsamt-Aktionen am 30. Juni in Frankfurt

Ausgestattet mit roten Taschen, Schutzschirm Flyern und Zeitungen fanden heute etwa 15 Aktive vor 3 Frankfurter Arbeitsämtern zusammen um dort direkt mit arbeitsuchenden Menschen in Kontakt zu treten. Anlass für die bundesweit durchgeführte Aktion war die Meldung der Arbeitslosenzahlen für Juni 2009 durch den Chef der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise.

Die Aktionen dienten der Aufklärung von Betroffenen über die Positionen der LINKEN und vor allem dem direkten Gespräch. So verteilten wir an allen 3 Ämtern etwa 450 Flyer und konnten rund 90 direkte Gespräche führen. Die meisten Menschen waren unseren Forderungen sehr aufgeschlossen und beklagten sich über die Konzeptionslosigkeit der Politik der Bundesregierung in der Krise. Den Banken und großen Konzernen werden Milliarden hinterher geschmissen und für die Arbeitslosen und Kranken wird nichts unternommen.

Viele erzählten uns ihre individuellen Probleme und Sorgen. Da war z.B. ein Architekt vor dem Jobcenter am Westbahnhof, der sich zur Zeit um seine pflegebedürftige Mutter kümmert und deswegen momentan nicht berufstätig ist. Ihm werden die Kosten für eine wichtige Weiterbildung nicht übernommen, die er für seinen Wiedereinstieg dringend braucht. Auf der anderen Seite werden täglich vielen Betroffenen Maßnahmen aufgezwungen, die Millionen von Euro kosten und nichts weiter als unnötige Warteschleifen darstellen. Oder es werden Arbeitslose mithilfe eines „Vermittlungsgutscheins“ für Tausende von Euro an private Vermittler überwiesen damit sie in der offiziellen Statistik nicht mehr gezählt werden. „Ich kenne viele, die mal Lust gehabt zu arbeiten,“ meint ein anderer Mann im Gespräch mit uns. „Aber die kriegen jetzt nur noch Angebote vom JobCenter aufgedrückt bei denen das Gehalt so niedrig ist, dass sie mit Hartz IV viel besser dran sind. Sie haben langsam keine Lust mehr drauf weiter zu suchen und finden sich mit der Arbeitslosigkeit ab. Euer Vorschlag mit 10 Euro Mindestlohn würde da schon was bewirken.“ Mit vielen weiteren dieser Probleme wurden wir heute konfrontiert.

Auch nächsten Monat wollen wir wieder vor die Arbeitsagenturen gehen um mit den Betroffenen der Hartz-Politik zu sprechen. Diesmal planen wir noch weitere Standorte zu besetzen.

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Mario Wolf

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